
Teil 5
Strategien
Inhalte
Einführung...................................................................................................... 5.3
T.O.T.E.-Modell............................................................................................. 5.4
NLP-Steno...................................................................................................... 5.5
Übungen zum Erkennen von Strategien in Texten............................................ 5.6
„Auspacken“ einer Strategie............................................................................ 5.7
Strategien Beispiele:
Walt-Disney-Strategie..................................................................................... 5.10
NLP-Rechtschreib-Strategie............................................................................ 5.13
Motivationsstrategien...................................................................................... 5.17
Installieren von Strategien............................................................................... 5.18
„Sich-schlank-Essen“-Strategie........................................................................ 5.19

Einführung
nach Marita Kreuder
Strategien sind die Art und Weise, wie wir unsere Gedanken
und unser Verhalten organisieren, um eine Aufgabe zu erfüllen. Es gibt
sogenannte Makro- und Mikro-strategien.
Wenn die Aufgabe, die sich jemand gesetzt hat, beispielsweise wäre, ein erfolgreicher Soziologe zu werden, wäre die Makrostrategie der schrittweise Aufbau dieser Karriere: Studium, Promotion mit summa cum laude, Veröffentlichungen, Anstellung an einer angesehenen Universität, Habilitation, usw.
Die Mikrostrategien beträfen z.B. die Art und Weise, wie der Betreffende erfolgreich und effizient lernt, schreibt oder sich präsentiert. Diese Mikrostrategien lassen sich analysieren als bestimmte Abläufe innerhalb er Sinnessysteme. Sie beschreiben eine spezifische internale Verarbeitungsweise von Sinneswahrnehmungen. Das bedeutet auch, daß Strategien formale Strukturen sind, zunächst völlig unabhängig vom jeweiligen Inhalt.
Zu jeder Strategie gehören auch bestimmte Einstellungen und Glaubenssätze. In unserem Beispiel etwa "Erfolgreich sein ist für mich möglich und wichtig!", "Ich bin begabt und habe die Fähigkeit zu einer solchen Laufbahn", usw.
Strategien sind wie das Rezept, mit dessen Hilfe wir einen Kuchen backen: Wesentlich sind die Zutaten, entscheidend die Menge der jeweiligen Zutat (ob ein Ei oder zehn) und die Reihenfolge, in der wir sie zusammenfügen. Es macht einen Unterschied, ob wir das Ei vor, während oder nach dem Backen im Ofen dazugeben. Das heißt, die Reihenfolge dessen, was wir innerhalb einer Strategie tun, ist genauso wichtig wie das, was wir tun, selbst wenn alles innerhalb weniger Sekunden geschieht. Die Zutaten einer Strategie sind die Repräsentationssysteme, die Mengen und Qualitäten sind die Submodalitäten. Dem Rezept entspricht der großen Linie der Strategie, die einzelnen Schritte wie z.B. das Rühren des Teigs stellen die Mikroeinheiten der Strategie dar. Glaubenssätze beim erfolgreichen Backen etwa könnten sein: "Einen Kuchen zu backen ist möglich", "Ich kann es erlernen und erfolgreich tun", "Es lohnt sich, der Kuchen wird schmecken".
Im NLP untersuchen wir solche Strategien mit dem Ziel, herauszufinden, was jemand genau tut, wenn er etwas erfolgreich tut, um diese Fähigkeit anschließend auch anderen, die sie bisher noch nicht zur Verfügung hatten, zugänglich machen zu können. Ein essentieller Bestandteil des Modelling sind daher die Strategien.
Zudem können wir Strategien, die weniger erfolgreich sind, analysieren ("Problemstrategien"), um sie so verbessern zu können.
Es gibt unterschiedlichste Arten von Strategien: Entscheidungs-, Motivations-, Lern-, Kreativitäts-, Entspannungs-, Aufwachstrategien, usw.

Das T.O.T.E. - Modell
Das T.O.T.E. - Modell zeigt die generelle Struktur einer Strategie:
Test - Operate - Test - Exit.
Ausgangspunkt ist ein spezifischer Ist-Zustand, das Ziel ein bestimmter Wunschzustand. Wir vergleichen den Ist- mit dem Wunschzustand. Zeigt dieser Test, daß das Ziel noch nicht erreicht ist, nehmen wir diese Information als Feedback und unternehmen gewisse Veränderungen bzw. Verbesserungen (Operate). Nun vergleichen wir das Ergebnis erneut mit dem erwünschten Zustand (Test). ist das Ziel erreicht, ist dieser Prozeß beendet (Exit). Stellen wir wiederum eine Differenz fest, operieren und teste wir solange, bis das Ziel erreicht ist.
Dieses Modell beschreibt auf einfache Weise die Grundstruktur menschlichen Lernens.


Test
Gegen- Vergleichen Sie das, der Test zeigt,
Erwünschter
![]()
![]()
wärtiger was da ist, mit dem daß Sie
haben, Zustand
Zustand erwünschten Zustand was Sie wollen
![]()
![]()
Wenn der Vergleich Testen
Sie erneut
eine Differenz zeigt durch Vergleichen
![]()
![]()

Einsatz
von Ressourcen,
Wahlmöglichkeiten,
neuen Handlungen,
um die Differenz
zu verringrn
Abbildung nach:
O´Connor/Seymour:
Neurolinguistisches
Programmieren
Freiburg 1992

NLP-Steno



Repräsentationssysteme Hochzeichen Fußzeichen
A: auditiv (hören) e: erinnert + positiv
V: visuell (sehen) k: konstruiert - negativ
K: kinästhetisch (fühlen) in: internal
O: olfaktorisch (riechen) ex: external
G: gustatorisch (schmecken)
Beispiele:
Aex: auditiv - external
Ain: auditiv internal (innerer Dialog, innere Kommentare)
Kex: kinästhetisch external
Vk: visuell konstruiert
Syntaktische Zeichen:
á: geht über in
A/V: gleichzeitige auditive und visuelle Wahrnehmung (Synästhesie)
Beispiel:
Vin á K+ á Ain á K- = Abfolge von Sinneseindrücken und Repräsentationen.
übersetzt: Eine visuelle internale Vorstellung ("Ich am Palmenstrand") geht über in ein angenehmes Gefühl (Freude), wird gefolgt von einem inneren Kommentar ("Mist, dazu habe ich keine Zeit"), der in einem unangenehmen Gefühl (Frust) mündet.
Übung: Strategien in den jeweiligen Texten finden
Wolfgang Amadeus Mozart - über den Prozeß des Komponierens:
"Wenn ich
recht für mich bin und guter Dinge, etwa auf reisen im Wagen, oder nach guter
Mahlzeit beym Spazieren, und in der Nacht, wenn ich nicht schlafen kann: da
kommen mir die Gedanken stromweise und am besten.
Woher und wie,
das weiß ich nicht, kann auch nichts dazu. Die mir nun gefallen, die behalte
ich im Kopfe und summe sie wohl auch vor mich hin, wie mir Andere wenigstens
gesagt haben. Halt´ ich das nun fest, so kommt mir bald Eins nach dem Anderen
bey, wozu so ein Brocken zu brauchen wäre, um eine Pastete daraus zu machen
nach Contrapunkt, nach Klang der verschiedenen Instrumente et caetera, et
caeterea, et caetera.
Das erhitzt
mir nun die Seele, wenn ich nämlich nicht gestört werde; da wird es immer
grösser; und ich breite es immer weiter und heller aus; und das Ding wird im
Kopf wahrlich fast fertig, wenn es auch lang ist, so daß ichs hernach mit einem
Blick, gleichsam wie ein schönes Bild oder einen hübschen Menschen, im Geiste
übersehe, und es auch garnicht nacheinander, wie es hernach kommen muß, in der
Einbildung höre, sondern wie gleich alles zusammen."
Wenn die Komposition vollendet war, schrieb Mozart
die Noten oft unmittelbar nach dem musikalischen Bild in seinem Kopf nieder.
Manchmal ließ er so, während er die Partitur niederschrieb, von seiner Frau
etwas vorlesen, um so seinen Geist zu beschäftigen, so daß er freier Noten
niederschreiben konnte, die er im Kopfe hatte.
zitiert
nach Thomas R. Blakeslee, "Das rechte Gehirn"; Aurum-Verlag Freiburg
Feldenkrais - über seine Arbeit
Wenn ich es
mit einer gestörten Funktion zu tun habe, gebe ich mir Mühe, nicht in Wörtern
zu denken. Ich versuche dann, nicht logisch und nicht in richtig gebildeten
Sätzen zu denken, sondern ich habe mir angewöhnt, mir die betreffenden
Nervenstrukturen gleichsam mit meinem inneren Auge vorzustellen. Ich stelle mir
einen Teil vor, der eine Streuung erzeugt - wie das Fließen einer Flüssigkeit.
Eine Strecke lang fließt sie elektrisch, dann chemisch, dann wieder elektrisch.
nach vielen solchen Umwandlungen endet die Strömung in einer Muskelkontraktion,
und das Muskelspiel führt zu einer Handlung, die von außen sichtbar ist und die
den Körper oder die Teile des Körpers in Aktion setzt und seine unmittelbare
Umgebung betrifft oder verändert. Manchmal bleibe ich dabei an einer Stelle
stecken, wo ich mir das Schema eines solchen Fließens nicht weiter vorstellen
kann und auch nicht die möglichen Hindernisse in seiner Bahn. Ist das Hindernis
eine Streuung? Eine Dämpfung? Eine Abzweigung? Ein Verlust an Antriebskraft? Eine
Unterbrechung der Kontinuität? Oder ist hier eine jener Umwandlungen
verunmöglicht worden? Diese Art, mir das vorzustellen, habe ich so ergiebig
gefunden, daß ich ohne sie nicht mehr auskäme. Oft zeigt sie mir, wo mein
Wissen ungenügend ist, so daß ich dann genau weiß, was ich suche und somit bei
wem oder in welchen Büchern ich die nötige Information finden kann. Ich mache
mir dann eine Arbeitshypothese, die ich im Licht weiterer, neuer Beobachtungen
ändere. dadurch erkenne ich, welche Daten mir noch fehlen und was für
Beobachtungen ich noch anstellen muß, um meine Hypothese zu vervollständigen
und anwenden zu können. Diese Art des Denkens führt zu Erfolgen oft in Fällen,
wo Spezialisten, die mehr wissen, als ich, versagt haben.
aus:
Moshe Feldenkrais: "Abenteuer im Dschungel des Gehirns";
Frankfurt/Main, S. 30/31

Das "Auspacken" einer Strategie
A ist Modell, B fragt, C notiert die Sequenz und beobachtet mit.
Überblick:
A) Vorbereitung:
- A ins Erleben führen
- Den Rahmen für die Befragung abstecken
B) Informationen sammeln
- Die große Linie der Strategie finden
- Die sinnesspezifischen Einzelschritte der Strategie erfragen
- Die zur Strategie gehörenden Glaubenssätze und Submodalitäten finden
C) Die Strategie zusammenfassen
und überprüfen
Die Schritte
im Einzelnen:
A) Vorbereitung
1. Führe die Person in das Erleben dessen, was du analysieren willst
(entscheiden,
motiviert/kreativ sein, flirten usw.). Wähle eine akzeptable, übersichtliche Zeitspanne des Prozesses
aus, nicht Monate oder Jahre.
Assoziiere
dein Gegenüber in das Erleben hinein:
"Denke an eine bestimmte
Zeit, in der du wirklich fähig
warst, .... zu sein. Mache dir diese Erfahrung so zugänglich, als wäre sie JETZT." (VAKOG)
2. Setze einen Rahmen für
die Befragung, z.B.:
"Nehmen wir einmal an, ich müßte dich
einen Tag lang vertreten. Auf welche Art müßte
ich das tun, damit ich das, was du sehr gut kannst, genauso gut tun
könnte?" Hole in
jedem Fall das Einverständnis für penetrantes Nachfragen ein. Halte den Rapport während des gesamten
Prozesses.
B) Informationen sammeln
generell:
Achte
auf den Prozeß, weniger auf den Inhalt des Erlebens. Finde zunächst die großen Linien der Strategien
und arbeite dann die einzelnen Sequenzen
heraus. Die einzelnen Schritte
sind deinem Gegenüber in der Regel unbewußt. Erfrage
deshalb mit Hilfe von Metamodell-Fragen die dazugehörigen
sinnesspezifischen
Details und kalibriere dich auf die Physiologie. Achte auf die nonverbalen Informationen, die dein
Gegenüber liefert (Augenzugangshinweise usw.).
Das Erfragen einer Strategie hat für A sehr viel mit Trance zu tun (innere Suchprozesse). Passe daher deine Stimme
und dein Tempo dementsprechend
an. Wiederhole die einzelnen
Sequenzen, um zu überprüfen, ob alle wesent-
lichen Schritte darin
enthalten sind und mach dazu Notizen (s. NLP- Steno).
1. Die große Linie der
Strategie finden:
A erzählt zunächst den ganzen Ablauf.
2. Die sinnesspezifischen
Einzelschritte der Strategie elizitieren.
Bitte A, die gesamte Strategie in einer Art Zeitlupe ablaufen zu lassen. Eine Strategie ist wie ein Film, den man vor- und zurücklaufen lassen kann, die einzelnen Schritte wiederholen sich immer wieder.
B erfragt nun mit Hilfe von Metamodell-Fragen die sinnespezifischen Details der Strategie und achtet auf die nonverbalen Informationen, die A zeigt (Augenbewegungen, Körperhaltung, Bewegung/Gestik, Mimik, Atmung, Ideomotorische Bewegungen).
Mögliche
Fragen zum "Auspacken" einer Strategie:
zum
Start der Strategie (Auslöser):
"Was genau müßte
ich tun, um es genauso zu tun, wie du es tust?"
"Womit müßte ich
anfangen?"
"Was passiert
zuerst?"
"Welche Prozedur
durchläufst du, um sicherzustellen, daß du bereit bist,
X zu tun?"
"Woran genau merkst
du, daß es Zeit ist, X zu tun?"
"Woran merkst du es
noch früher?"
zum Verlauf der Strategie (Operate):
"Woran genau merkst
du, daß...?"
"Wie würde ich es
genau machen müssen?"
"Was genau ist
sonst noch zu berücksichtigen?"
"Was passiert
gerade?"
"Was passiert als
nächstes?"
"Wie tust du das
genau?"
"Und was passiert
direkt davor?"
"Hörst du, siehst
du oder fühlst du es? Oder ist alles gleichzeitig?"
"Geschieht das alles gleichzeitig oder hintereinander?"
zum Ende einer Strategie (Test, Exit, Kriterien):
"Wie weißt du, daß
du fertig bist?"
"Woran merkst du,
daß es geklappt hat?"
"Woran merkst du es
noch eher?"
"Was läßt dich
wissen, daß du mit deiner Strategie noch nicht fertig bist?"
"Woran merkst du, daß du bereit bist, zu etwas anderem überzugehen?"
3. Die zur Strategie
gehörenden Glaubenssätze und speziellen Submodalitäten finden.
Meist gehören zu einer Strategie auch bestimmte Glaubenssätze. Beispielsweise würde zu einer effektiven Entscheidungsstrategie der Glaube "Ich entscheide mich richtig" passen.
Mögliche Fragen zu Glaubenssätzen:
"Was
müßte ich glauben/ was müßte mir wichtig sein, um genau das tun zu können, was du
tust?"
"Welcher Gedanke
ist dafür wesentlich?"
"Gibt es vielleicht
etwas, dessen du dir dabei innerlich ganz sicher bist?"
Daneben können bestimmte Submodalitäten für die Wirksamkeit der Strategie entscheidend sein. So könnte beispielsweise bei einer Motivationsstrategie das Ziel groß, leuchtend, klar und warm sein oder der Entscheidungsmoment bei einer Entscheidungsstrategie als 3-D-Film mit Stereoeffekt erlebt werden.
C) Die Strategie zusammenfassen und
überprüfen
Nachdem du die Strategie mit Hilfe von NLP-Steno zusammengefaßt hast, überprüfe, ob alle wesentlichen Elemente enthalten sind:
- Sind alle Schritte vom T.O.T.E.-Modell erfaßt?
- Ist die Strategie in sich logisch oder fehlen wesentliche Verbindungsstücke?
- Meint auch A, daß alle wesentlichen Schritte enthalten sind?

Walt-Disney-Strategie
nach Robert Dilts
A findet einen Plan, ein Projekt, eine Vision, einen Wunsch, eine Idee, den/die er verwirklichen möchte, aber noch keine rechte Strategie und Vorstellung davon hat, wie dies tatsächlich in Zukunft umzusetzen sein könnte.
1. Träumer, Handelnder und Denker als
Zustände etablieren
1.1. A sucht Referenzsituationen zu den einzelnen Zuständen. A verortet diese Zustände im Raum, während B sich auf die jeweiligen entsprechenden Physiologien kalibriert. Zwischen den einzelnen Zuständen jeweils Separator.
Träumer
(Visionär):
"Erinnere dich an eine Zeit/Situation,
als du mal so richtig schön in der Phantasiewelt
schwelgen konntest und es genossen hast, frei zu sein von jeder starren Zwangsrealität..." usw.
Ort ankern und Seperator.
Handelnder
(Realist):
"Erinnere dich an eine Zeit, als du
sehr gut warst im Planen und Umsetzen konkreter
Schritte , gehe dahin und erlebe es..." usw.
Ort ankern und Separator.
Denker
(Kritiker):
"Erinnere dich an eine Zeit/Situation,
als du andere sehr gut kritisieren konntest, wo
du genau wußtest, was sie falsch machen und was sie hätten anders machen sollen." "Nimm die
Position der stärksten Kritik an dir selbst ein, werde dein heftigster Kritiker, sieh dich selbst von
außen..." usw.
Ort ankern und Separator.
Träumer
Realist Kritiker
Macher Denker
1.2. Metaposition einnehmen.
Aus der Dissoziation schätzt A die Beziehung der verschiedenen Teilpersönlichkeiten zueinander ein: gleichberechtigt, hierarchisch, synergetisch, usw.
Wenn nötig: Positionen "aufräumen/klären". Hat beispielsweise der Träumer Teile des Kritikers übernommen, soll er diese zum Kritiker zurückschicken usw. Zusätzlich können bei Bedarf Ressourcen für alle Positionen und für das Gesamtsystem aktiviert werden.
1.3. Die einzelnen Positionen
neu erleben lassen
1.4. Raumanker den neuen Verhältnissen anpassen
Das Ergebnis sollte eine ausgeglichene Beziehung zwischen den Teilpersönlichkeiten sein.
2. Träumer, Handelnder und Denker für das
konkrete Thema
A nimmt die von ihm gewählte Situation, die er verbessern möchte.
B achtet darauf, daß die einzelnen Zustände getrennt bleiben.
1. Durchgang
Träumer: "Welche Vorstellungen, Ideen, Visionen hast du hier, Träumer?"
Möglicherweise findet hier ein Symbol bzw. eine Metapher für das Erstrebte.
- Separator -
Handelnder: "Was wäre nötig, um diese Vision zu verwirklichen?"
- Separator -
Denker: "Was denkst du über diese bisher vorgeschlagenen Schritte, fehlt etwas?" (Es geht hier noch nicht um die vollständige Lösung, sondern nur um das, was an den bisherigen Vorschlägen noch nicht gut war.)
Metaposition einnehmen: B und A überprüfen, ob die einzelnen Positionen wirklich klar voneinander getrennt sind. Wenn nicht, wie in Schritt 1.2.
2.
Durchgang
Träumer: Mit den Einwänden, die der Kritiker geltend gemacht hat, geht A nun wieder in die Position "Träumer", um eine verbesserte Lösung zu träumen.
- Separator -
Handelnder: Der Macher konstruiert daraus die einzelnen Schritte. "Wie mache ich das, wie funktioniert das..." usw.
- Separator -
Denker: Er kritisiert und beurteilt erneut.
Wenn weiter Einwände vom Kritiker erhoben werden, einen dritteln oder sogar vierten Durchgang mit den einzelnen Positionen durchlaufen. Wenn nötig, nochmals in die Metaposition gehen und Ressourcen finden/aktivieren.
3. Abschluß: Generalisierung und Verknüpfung
Ohne bestimmte Fragen oder Gedanken werden jetzt die einzelnen Positionen drei mal (immer schneller) durchlaufen. Der Kreis wird dabei immer enger und endet im Mittelpunkt der drei Positionen. Dies ist der Punkt der Intuition, dort wo schon alle Informationen zusammengeflossen sind.

NLP-Rechtschreibe-Stratgie
Überblick
A) Vorbereitung
1. Informationen über den visuellen Zugang des Betreffenden sammeln:
Fragen zur visuellen Erinnerung stellen, normal organisiert? (Augenbewegungen)
2. Ressourcen ankern:
§ Positive Erfahrungen finden, wo der Betreffende schon einmal etwas Schwieriges erfolgreich lernte, z.B. Fahrradfahren.
§ Fähigkeit, Bilder sehen und hervorrufen zu können: Kinoleinwand, Fernsehschirm, Phantasie, Fotos.
§ Freude, Neugier usw.
B) Installieren
des V/K-Musters
1. Worte auf Papierstreifen schreiben und 30 bis 40 cm vor der Ve -Position des Schülers halten. Der Schüler soll nun die Buchstaben mit den Augen verfolgen, sich das Wort einprägen (Phantasie: farbig, mit Hintergrund,...)
Schnappschuß machen lassen und Papierstreifen wegnehmen.
2. Wort vom Schnappschuß abschreiben lassen, innerlich mit dem Bild in der Vorstellung vergleichen lassen, "schau, ob es sich richtig anfühlt" (V/K).
Falls Fehler: Wiederholen. Falls Wort richtig aussieht und sich anfühlt: ankern.
3. Weitere Durchgängen (wie oben) zur Verinnerlichung des V/K-Musters. Dabei immer kürzer auf das Wort schauen lassen, Augen in Ve -Stellung bringen lassen, dann Wort im ganzen Satzzusammenhang sehen.
C) Zukunftsüberbrückung
Während der Betreffende sich vorstellt, daß er in Zukunft neue Worte lernt oder einen Rechtschreibtest durchführt, Anker auslösen.
Die optimale Strategie für die Rechtschreibung der deutschen Sprache ist eine zwei-stufige: Von der visuellen Erinnerung zur kinästhetischen Überprüfung. Jene Personen, die beim Rechtschreiben sehr gut sind, sehen ein inneres Bild vom korrekt geschriebenen Wort und haben ein "Gefühl", ob sie es richtig oder falsch geschrieben haben.
Die nachfolgend beschriebene Vorgehensweise dient dem
Installieren dieser Rechtschreib-Strategie. Diese Vorgehensweise ist primär für
die Einzelarbeit mit lernbehinderten Schülern gedacht, die meist eine auditive
- und damit ineffiziente - Buchstabierstrategie verwenden.
A) Vorbereitung
1. Rapport herstellen
und Informationen über den visuellen Zugang des
Betreffenden sammeln.
Stellen Sie Fragen, die zur Beantwortung die visuelle Erinnerung, um festzustellen, ob der Schüler "normal" organisiert ist, d.h., daß sich seine Augen bei detaillierter bildhafter Erinnerung nach links oben bewegen. Sie werden diese Information später verwenden, um dem Schüler Anweisungen zu geben, wie das Wort aussieht.
2.
Ressourcen ankern
Finden Sie eine oder mehrere positive Erinnerungen, innerhalb oder außerhalb der Schule. Besonders nützlich ist es, einen Zeitpunkt zu finden, zu dem der Schüler etwas Schwieriges lernte und erfolgreich war. Für die jüngeren Schüler ist das Fahrradfahren ein gutes Beispiel. Ankern Sie diese Erfahrung (VAKOG).
Rufen Sie bei dem Schüler dessen Fähigkeit wach, Bilder zu sehen, z.B. sich eine Kinoleinwand oder einen Fernsehbildschirm vorzustellen und ankern Sie auch dies (VAKOG).
Verstärken Sie während der Stunde die Anker jedesmal dann, wenn dem Schüler etwas gelungen ist.
Zusätzlich hilfreich ist es, den alten Weg des Rechtschreibens abzutrennen, indem Sie dafür eine andere Qualität der Berührung, eine andere Geste, Tonalität oder langsamere Sprechgeschwindigkeit verwenden.
B) Das Installieren des V/K-Musters
Um den Anfangserfolg sicherzustellen, sollten die ersten unbekannten Worte einfach, interessant und gut strukturiert sein.
1.
Wort präsentieren
Schreiben
Sie das Wort auf einen großen Papierstreifen, am besten mit einem dicken Filzstift. Dann halten Sie den Streifen
ca. 30-40 cm vom Schüler entfernt in
seine Ve -Position. Sagen Sie dem Schüler, er solle die Buchstaben
mit seinen Augen verfolgen, auf die Form
des Wortes achten und auf die Buchstaben, die nach
oben und die nach unten abstehen, Doppelbuchstaben und ganz besonders auf den ersten
und letzten Buchstaben des Wortes. Lassen Sie ihn die Buchstaben mit dem Finger nachzeichnen usw.
Nun lassen Sie ihn einen Schnappschuß vom gesamten Wort machen. Dann nehmen Sie den Papierstreifen weg und fragen den Schüler, ob er zum Schreiben bereit sei. Wenn der Schüler an irgendeinem Punkt des Prozesses in die auditiven Kanäle umschaltet, erinnern Sie ihn sanft daran, sich auf das Bild zu konzentrieren.
Wenn ein Schüler Schwierigkeiten dabei hat, unterbrechen Sie und finden Sie heraus, wie sein inneres Bild aussieht. Sieht er das Bild klarer mit offenen oder geschlossenen Augen? Sollte er irgendwelche Schwierigkeiten mit dem Bildermachen haben, sagen Sie: "Erinnere Dich einfach, wie das Wort aussah oder bringe das Wort auf den Bildschirm." Lösen Sie dabei den Ressourceanker aus.
An dieser Stelle zeigen Sie den Papierstreifen mit dem Wort noch mal, und wenn Sie noch irgendwelche Zweifel daran haben, daß der Schüler das Wort sieht, zeigen Sie es nochmals, solange, bis Sie sich wirklich sicher sind.
2. Das Wort schreiben
lassen
Lassen Sie nun den Schüler das Wort vom inneren Foto abschreiben. Dann lassen Sie ihn in seine Ve -Position blicken und sein fertig geschriebenes Wort mit seinem inneren Bild vergleichen.
Dann sagen
Sie: "Schau, ob es sich richtig
anfühlt!"
Manche Schüler haben zunächst keinen richtigen Sinn dafür, ob sich das Wort richtig oder falsch anfühlt. Der schnellste Weg, diesen zu entwickeln, besteht darin, daß Sie auf Körperbewegungen des Schülers achten, wenn er ein Wort nicht richtig schreibt. Üblicherweise werden Sie ein Zurückschnellen des
Körpers oder Anspannungen beobachten können. Lassen Sie dieses Signal vom Schüler würdigen und ihn das Wort nochmals überprüfen.
Wenn das Wort "richtig aussieht" und sich "richtig anfühlt" und auch tatsächlich richtig ist, ankern Sie diese Reaktion und lassen den Schüler nochmals auf den Papierstreifen schauen. Wenn das Wort nicht richtig war, zeigen Sie den Streifen nochmals und wiederholen das gesamte Vorgehen nochmals.
Zum Schluß lassen Sie den Schüler das Wort von seinem inneren Bild abbuchstabieren. Wenn er dabei einen sicheren Eindruck macht, können Sie das Wort zum Spaß auch noch rückwärts buchstabieren lassen. Das überzeugt dann wirklich jeden.
3. Weitere Durchgänge
zur Verinnerlichung des V/K-Musters
Wiederholen Sie den oben beschriebenen Prozeß mehrere Male. Lassen Sie den Schüler jeweils ganz kurz auf den Papierstreifen blicken, dann die Augen in die Ve -Position bringen, um festzustellen zu lassen, ob das innere Bild mit dem Geschriebenen übereinstimmt. Während der Woche sollten diese Worte dann auch im Satzzusammenhang geschrieben werden.
C) Zukunftsüberbrückung
Es gibt einige Möglichkeiten, um sicherzustellen, daß die neue Strategie auch in die Klassenzimmersituation übertragen werden kann. Eine einfache Möglichkeit besteht darin, daß Sie den Schüler bitten, sich vorzustellen, er würde gerade neue Worte lernen oder einen Rechtschreibe-Test durchführen, während Sie den Anker auslösen. Oder Sie lassen ihn sich das alles vorstellen, während Sie ihm erzählen, wie gut er mit der neuen Methode war.
Literaturhinweise
Dilts, Robert et al.: Strukturen
subjektiver Erfahrung, Junfermann-Verlag
Dilts, Robert: Einstein.
Geniale Denkstrukturen und Neurolinguistisches Programmieren,
Junfermann-Verlag
Dilts, Robert et al.: Know
how für Träumer, Junfermann-Verlag
Grinder, Michael: NLP
für Lehrer. Ein praxisorientiertes Arbeitsbuch, VAK-Verlag
Lloyd, Linda: Des
Lehrers Wundertüte. NLP macht Schule, VAK-Verlag

Motivationsstrategien
Ineffektive Motivationsstile
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Ø Motivation durch Negatives
Sich vorstellen, welche negativen Geschehnisse und Katastrophen sich ereignen würden, wenn man etwas nicht tut. Dann diese negativen und unangenehmen Vorstellungen so lange intensivieren, bis man in Aktion tritt, um die negativen Konsequenzen zu vermeiden.
In manchen Kontexten mag diese Strategie durchaus effektiv sein, in der Regel ist sie aber mit viel unangenehmen Gefühlen und viel Streß verbunden.
Alternative: Sich vorstellen und sich motivieren lassen von dem, was man möchte.
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Ø Motivation durch innere "Diktatoren"
Befehle in strengem, unangenehmen Befehlston (häufig Eltern und andere Autoritätsfiguren nachempfunden): Müssen, Sollen usw... Meist löst dies starken inneren Widerwillen und Gefühle und Impulse von Rebellion aus. Dadurch kommt es zu inneren Kämpfen, die es sehr schwer machen, etwas auszuführen.
Alternative: Statt Befehle Einladungen benutzen; Wechsel zu einer angenehmen, lockenden Stimme: "Es wird schön sein...", "Es wird nützlich sein..., "Ich möchte..." usw.
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Ø Motivation durch Imagination der Tätigkeit
Wir stellen uns nicht das gewünschte oder geforderte Ergebnis vor, sondern denken an die Tätigkeit, die wir dazu vollbringen müssen oder wollen, um es zu tun. Bei angenehmen Tätigkeiten kann dies ausgezeichnet funktionieren, bei unangenehmen Dingen allerdings fast gar nicht.
Alternative: An beendete Aufgabe denken; sich vorstellen, was es Nützliches bringt, wenn die Aufgabe erfüllt ist.
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Ø Motivation durch den Blick aufs Ganze
Wir sehen die ganze Aufgabe als einen riesigen Berg vor uns. Dadurch fühlen wir uns in der Regel unfähig, sie auszuführen.
Alternative: "chunking down", d.h., eine Aufgabe in kleine Teileinheiten zu zerlegen (Wie ißt man einen Elefanten? Einen Bissen nach dem anderen!)

Strategien installieren
1. Strategieschritte ankern
1.1.
Ankern der einzelnen Schritte
Der Klient wird in das Erleben jedes einzelnen Schrittes hineingeführt. Sobald das Erleben aktualisiert ist, ankert der Begleiter (am günstigsten jeweils unterschiedliche Anker).
1.2.
Ganze Sequenzen ankern
Jeder einzelne Schritt wird mit ein und demselben Anker geankert, so daß nach einiger Zeit der Anker die Sequenz als Ganzes aufruft.
2. Einüben/Proben der Strategiesequenz
"Ob die Kunst das Leben imitiert oder
umgekehrt - effektives Installieren ähnelt der Vorbereitung
auf eine erfolgreiche Theateraufführung"
(R. Dilts u.a.: Strukturen subjektiver Erfahrung)
Der Begleiter führt den Klienten durch die einzelnen Schritte und deren Übergänge, bis die Schritte zu einer automatischen Sequenz zusammengewachsen sind.

Beispiel:
Eine problematische Motivationsstrategie soll in eine effektive Strategie umgewandelt werden:
Visuell Auditiv Kinästhetisch
Aufgabe sehen è sagen: "Du solltest sich schlecht fühlen
Die Katastrophe das tun!"
sehen.
Auditiv Visuell Kinästhetisch TU ES!
"Es wird schön die Küche sich zufrieden
sein, wenn es sauber sehen fühlen
erledigt ist."

"Sich-schlank-essen-Strategie"
(nach Connirae Andreas)
Menschen, die von Natur aus schlank
sind, fühlen sich nicht gezwungen, dünn zu sein. Es geht ihnen nicht schlecht
dabei, wenn sie "gutes Essen" weglassen, und sie schränken ihre
Ernährung nicht ein. Diät-Menschen tun das alles. Anstatt einen fortwährenden
Feldzug gegen das Essen zu unternehmen, ist es viel einfacher, zu lernen, so zu denken und zu reagieren, wie es
natürlich schlanke Menschen machen.
Menschen, die zuviel essen, konzentrieren sich nur auf das angenehme Gefühl, das sie haben, während sie essen. Diese Strategie lehrt, daran zu denken, was über einen Zeitraum hinweg die besten Gefühle liefert.
1) Woran erkennst du, daß es Zeit ist, ans Essen zu denken? (V, A, K, O, G)
2) Achte jetzt auf das Gefühl in deinem Magen. Achte auch auf die Qualität des Gefühls, nicht nur, ob satt oder hungrig. Je nachdem, was du vorher gegessen hast, ob du entspannt oder angespannt bist, wird dein Magen sich anders anfühlen. (K)
3) Frage dich: "Was würde sich jetzt in meinem Magen gut anfühlen?" (Aid)
4) Stell dir vor, ein bestimmtes Gericht zu essen. Denke an den Geschmack des Gerichts und spüre dann, wie das Essen in deinen Magen rutscht und bekomme ein Gefühl dafür, wie diese Menge dieses Gerichts sich in deinem Magen über eine Zeit hinweg anfühlen wird, wenn du es jetzt ißt. (O, K)
5) Vergleich das Gefühl mit dem Gefühl im Magen, das du vorher hattest. Wenn es sich besser anfühlt als das vorherige, dann behalte das Gericht als Möglichkeit im Kopf. Wenn nicht, verwerfe diese Möglichkeit. (K/K)
6) Stell dir nun ein anderes Gericht vor, daß du essen könntest. Stell dir vor, es zu probieren und wie es sich anfühlt, während es in deinen Magen kommt und einige Stunden in deinem Körper bleibt (wie Punkt 4). (O, K)
7) Vergleiche wieder das Gefühl mit den vorherigen. Behalte das Gericht im Kopf, bei dem du dich am besten fühlst (wie Punkt 5). (K/K)
8) Wiederhole die Schritte 5 bis 7 so oft du willst. Behalte jedesmal das Gericht im Kopf, das sich für dich über einen Zeitraum hinweg am besten anfühlt.
9) Wenn du überzeugt bist, genügend Möglichkeiten bedacht (befühlt) zu haben, stelle fest, welches Gericht sich am besten anfühlt. Stell dir vor, es zu essen (oder esse es) und spüre dabei die Befriedigung etwas zu essen, bei dem du dich die Zeit über gut fühlst.