Teil 7

        Selbstbalancierung          

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhalte

 

 

Die logischen Ebenen.....................................................................................            7.3

Die Bedeutung der einzelnen logischen Ebenen............................................... 7.4

Beispiele für verbale Aussagen auf den logischen Ebenen................................ 7.5

Zielbestimmung durch die logischen Ebenen................................................... 7.6

Meta-Mirror (nach Bernd Isert)......................................................................           7.8

Meta-Mirror (nach Robert Dilts).....................................................................           7.11

Dissoziationstherapie.......................................................................................           7.12

Umkehrtherapie...............................................................................................          7.12

Verlernen von Furcht: Die Phobietechnik.........................................................           7.13

Dissoziation: „Aus der Verschmelzung heraustreten“........................................            7.13

Phobietechnik (klassisch)..................................................................................         7.14

„Schnelle Phobie-Technik“...............................................................................          7.15

Phobietechnik für schwache Tierphobien..........................................................          7.16

 


 

 

 

   Die logischen Ebenen

   nach Gregory Bateson & Robert Dilts

 

 

 

 

 

 

 

 

 

T

       r

            a

                   n

                          s

                                -

                                  M

                                           i

                                                   s

                                                         s

                                                                i

                                                                      o

                                                                            n

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 


Die Bedeutung der einzelnen logischen Ebenen

 

 

 

Umwelt                         Das ist alles, worauf wir reagieren, unsere Umgebung und                                                       andere Menschen, denen wir begegnen.

 

 

Verhalten                      Dies sind die konkreten Handlungen, die wir ausführen,                                                           unabhängig von unseren Fähigkeiten.

 

 

Fähigkeiten                  Dies sind die Gruppen oder Klassen von Verhaltensweisen,                                                    allgemeinen Fertigkeiten und Strategien, die wir in unserem                                                     Leben benutzen.

 

 

Glauben & Werte          Dies sind die verschiedenen Leitideen, die wir für wahr halten                                      und als Grundlage unseres alltäglichen Tuns benutzen.                                                             Glaubenssätze und Einstellungen können sowohl                                                                       Berechtigungen (Erlaubnis) als auch Einschränkungen                                                              (Verbote) beinhalten.

 

 

Identität                        Dies ist mein grundlegendes Selbstbild, meine tiefsten, zentralen                                               Werte und meine Aufgabe oder Mission in meinem Leben.

 

 

Zugehörigkeit               Hier geht es zum einen um unsere berufliche, familiäre,                                                            gesellschaftliche oder wie auch immer geartete (vielleicht auch                                     philosophische, religiöse) Zuordnung.

                                               Dies ist die tiefste Ebene, auf der wir die größten                                                                    metaphysischen Fragen betrachten und umsetzen. Warum sind                                                wir hier? Was ist der Sinn des Lebens? Diese spirituelle Ebene                                            leitet und formt unser Leben und gibt unserer Existenz eine                                                     Grundlage. Jede Veränderung auf dieser Ebene hat tiefgreifende                                              Auswirkungen auf alle anderen  Ebenen. In gewissem Sinne                                                    enthält sie alles, was wir tun, ist aber mehr als die Summe ihrer                                        Teile.

 


 

Beispiele für verbale Aussagen

auf den logischen Ebenen

nach Joseph O´Connor & John Seymour

 

 

 

Umwelt                         Der Krach im Raum macht es schwierig, Diktate schreiben zu                                     lassen.

                                               Anker können leicht während einer Gruppenübung gesetzt                                                      werden.

                                               Der Krebs hat mich befallen.

 

 

Verhalten                      Bei diesem Diktat hast du nicht gut buchstabiert.

                                               Du hast bei dieser Person einen Anker gesetzt.

                                               Ich kann mich manchmal einfach nicht gesund verhalten.

 

 

Fähigkeiten                  Du kannst nicht gut buchstabieren.

                                               Du bist fähig, andere Menschen zu ankern.

                                               Ich bin außerstande, in einem guten Zustand zu sein.

 

 

Glauben & Werte          Wenn du nicht buchstabieren kannst, wirst du in der Schule                                                     nie zurecht kommen.

                                               Zu wissen, wie man ankert, macht dich zu einer einflußreichen                                     Person.

                                               Es ist eine falsche Haltung, sich gegen das Unvermeidliche                                                       auflehnen zu wollen.

 

 

Identität                        Du bist dumm, ein lernbehindertes Kind.

                                               Du bist ein guter NLPler.

                                               Ich bin ein Krebsopfer.

 

 

Zugehörigkeit               Du gehörst zu den Lernbehinderten, den Schwachbegabten.

                                               Du gehörst zu den Besten der NLP-Creme.

                                               Du gehörst zu den Opfern des Krebses, die dasselbe Schicksal                                               erleiden.

 


 

 

Zielbestimmung durch

die logischen Ebenen

nach Robert Dilts

 

 

 

Teil 1: Den Zielzustand durch die logischen Ebenen führen

 

 

1.         Führe zunächst mit A eine kurze Zielbestimmung nach den bekannten Kriterien durch (positiv, selbsterreichbar, kontextualisiert, sinnesspezifisch, ökologisch).

 

2.         Behalte ab jetzt für die gesamte Übung den "Als-ob-Rahmen" bei: "Angenommen, du            hättest dein Ziel jetzt schon erreicht...." und führe A in diesem Zustand durch die    gesamten logischen Ebenen. Beginne mit der Ebene Umwelt und gehe von da aus     Schritt für Schritt weiter und ankere die jeweilige Station visuell (bzw. mit        Raumanker).

 

            Sollte sich auf einer oder mehreren Ebenen zeigen, daß noch Ressourcen fehlen, so     gehe erst einmal in die nächst höhere Ebene und finde hier die Ressourcen, die auf der          vorherigen Stufe noch fehlten. Oder merke dir einfach die Ebene, auf der noch etwas       fehlt, für später.

 

           

            Mögliche Fragen auf den verschiedenen logischen Ebenen:

 

            Umwelt                  Wo bist du hier, mit wem bist du hier, was hörst du, siehst du,                                           schmeckst du, reichst du? usw.

 

            Verhalten               Was tust du hier?

 

            Fähigkeiten               Wie tust du, was du tust? Wie beziehst du dich hier auf andere?                                        Welche besonderen Fähigkeiten hast du hier?        

 

            Glauben & Werte      Was ist dir hier wichtig? Warum tust du das, was du tust? An                                           was glaubst du hier? Was motiviert dich? Was glaubst du über                                         dich, über andere, über deinen Job usw.?          

 

            Identität                     Was für ein Selbstverständnis hast du hier? Wie verstehst du                                                         dich selbst, wer bist du?

 

            Zugehörigkeit            Wo gehörst du dazu? Gibt es hier auf der beruflichen, privaten,                                        ideellen, spirituellen Ebene etwas oder jemanden oder eine                                                           Gruppe, wo du weißt, daß du dazugehörst? Welche Aufgabe,                                                    welche Mission hast du?


 

 

 

3.         Gehe jetzt noch einen großen Schritt weiter.

 

            "Dein Unbewußtes wird dir an dieser Stelle noch eine weitere wichtige Information        zukommen lassen. Es kann eine Idee, ein Bild, ein Symbol, ein Gefühl oder was auch      immer sein. Es ist ein spezielles Geschenk deines Unbewußten an dich, für dein Ziel.   Nimm dir soviel Zeit, wie du brauchst, um das in dich aufzunehmen."

 

 

 

Teil 2: Ressourcen einsammeln

 

 

1.         "Gehe nun den Weg zurück und erinnere dabei alle Einsichten und Ressourcen, die du    auf diesem Weg bereits gefunden hast. Erlebe, wie sich jede Ebene durch das Wissen         und deine Erfahrung der anderen bereichert und intensiviert hat. Nimm die     Veränderungen wahr."

 

2.         Sollte auf irgendeiner Stufe noch etwas wehen, so gehe in die Dissoziation und gebe
            von hier aus Ressourcen (schicke sie oder setze einen Ressource-Anker). Gehe zurück           in die betreffende Ebene und erlebe die Veränderung, die sich jetzt mit den         Ressourcen ergeben hat.

 

3.         Gehe weiter bis zur Ebene Umwelt und erinnere dein Ziel. Erlebe, wie dein Ziel im       Vergleich zum Beginn jetzt reicher geworden ist.

 

 

 

Teil 3: Verinnerlichung und Abschluß

 

 

1.         Durchlaufe jetzt alle Ebenen erneut einmal in deinem eigenen Tempo. Nimm dir dafür   die Zeit, die du brauchst.

 

2.         Durchlaufe nun in einem Schnelldurchlauf die gesamten Ebenen von oben bis unten,     ohne zu denken. Komme zurück in die Ausgangsposition und nimm wahr, wie dein
            Ziel jetzt reicher geworden ist.

 

3.         Future Pace: "Wann wirst du die ersten Schritte zur vollständigen Verwirklichung            deines Zieles machen?"

 

 


 

 

Meta-Mirror

nach Bernd Isert

 

 

 

A findet eine Problemsituation, an der eine andere Person beteiligt ist und verortet diese Beziehung im Raum.

 

B markiert alle im Laufe der Übung eingenommen Positionen visuell (bzw. mit Raumankern) und unterstützt die Dissoziationen gestisch und sprachlich. Gefragt wird zunächst nach den einzelnen Personen, dann nach der Beziehung.

 

 

Teil 1: Ich- und Du-Position

 

Die logischen Ebenen sind hier Umwelt und Verhalten.

 

1.         "Wo und mit wem bist du hier, was tust du / dein Gegenüber, was erlebst du   (VAKOG)?"

 

2.         Gehe in die Ich-Position und erlebe, was dort in dieser Situation für dich in Bezug
            auf die andere Person zu erleben ist. Wie erlebst du dich, wie die andere Person?

            Trete aus dieser Position heraus und nimm Abstand (Seperator). Schaue dir dein         Selbst dort von außen an.

 

3.         Gehe in die Du-Position und erlebe, was hier zu erleben ist. Was nimmst du hier wahr,            wie erlebst du dich und dein Gegenüber?

            Trete aus dieser Position heraus und nimm Abstand (Seperator). Schaue dir den         Anderen von außen an.

 

 

 

 

Ich                                  Du

 

 

 


 

1.

Dissoziation

 


 

 

 

Teil 2: Weitere Dissoziationen längs der übrigen logischen Ebenen

 

Falls auf einer oder mehreren der logischen Ebenen offensichtlich wird, daß Ressourcen benötigt werden, kann B A instruieren, dem Betreffenden diese Ressource zu schicken (Referenz-Erfahrungen zugänglich machen).

 

Frage: "Wie verändert dies den Einzelnen, die Beziehung, die Gesamtsituation?"

 

            1. Dissoziation (Fähigkeiten)

 

            Entferne dich einen oder mehrere Schritte von der Gesamtsituation:

 

            "Wie nimmst du die beiden von hier aus wahr? Wie beziehen sich die beiden        aufeinander? Welche Fähigkeiten haben die Einzelnen, welche Fähigkeiten könnten
            die Einzelnen noch brauchen?"

 

            2. Dissoziation (Glauben und Werte)

 

            Vergrößere deinen Abstand zur Gesamtsituation:

 

            Was glauben die beiden über sich selbst, über den anderen, über die Beziehung? Was      ist den Einzelnen wichtig? Warum tun sie, was sie tun? Gibt es etwas, was ihnen hier          fehlt, um insgesamt mit der Situation besser zurechtkommen zu können?"

 

            3. Dissoziation (Identität)

 

            Vergrößere deinen Abstand ein weiteres Mal:

 

            "Welche Auffassungen haben die Einzelnen von sich selbst? Wie definieren sie sich         selbst, ihre Rolle, ihre Mission innerhalb dieser Situation? Gibt es etwas, was ihnen             hier helfen könnte? Fehlt etwas?"

 

            4. Dissoziation (Zugehörigkeit)

 

            Gehe einen Schritt weiter:

 

            "Was für eine Art von Zugehörigkeit haben die Einzelnen, beide gemeinsam? Wie           ordnen sie sich ein: familiär, beruflich, geistig, spirituell? Gibt es hier etwas, was sie   noch brauchen könnten?"

 

            5. Dissoziation

 

            Mache nochmals einen - vielleicht sehr viel größeren - Schritt.

 

            "Du wirst von hier aus noch etwas wahrnehmen, was dir dein Unbewußtes ins    Bewußtsein schicken wird, was immer das auch sein mag."

 

 

Teil 3: Integration

 

 

1.         Zurückgehen durch die verschiedenen Ebenen bis zur 1. Dissoziation

 

            Gehe nun schrittweise die einzelnen Stationen zurück. Erinnere bei jeder Position die   Einsichten, die du hier hattest und die Ressourcen, die du gefunden hast. Sammle auch          die visuellen Anker ein und schaue dabei sowohl auf die Gesamtsituation als auch die     Einzelnen.

 

            "Wie bereichert jeder einzelne Schritt deine Wahrnehmung der Gesamtsituation? Wie    verändern sich die Einzelnen und ihre Art, sich aufeinander zu beziehen?"

 

            Gehe bis zur 1. Dissoziation. Nimm die jeweiligen Veränderungen wahr.

 

 

2.         Ich-Position

 

            "Trete nun mit all deinen Einsichten und Ressourcen in die Ich-Position und nimm          wahr, wie sich dein Erleben hier verändert und bereichert hat. Was ist neu, wie           verhältst du dich jetzt, wie nimmst du dich und den Anderen wahr?"

 

            Trete aus der Ich-Position heraus und nimm dein Selbst von außen wahr. Seperator.

 

 

3.         Du-Position

 

            "Trete nun mit all deinen Einsichten und Ressourcen in die Ich-Position und nimm
            die Veränderungen wahr (wie oben)."

 

            Trete aus der Du-Position heraus und nimm den Anderen von außen wahr. Seperator.

 

 

4.         Meta-Position

 

            "Nimm noch einmal kurz Abstand und erlebe die Beziehung der beiden von außen.         Was ist anders? Möchtest du etwas an der Psychogeografie verändern? Wenn ja, tue        es."

 

 

5.         Abschluß und Future Pace

 

            Gehe nochmals in die Ich-Position und nimm wahr, wie auch diese letzten Schritte       deine Wahrnehmung hier bereichert haben. Ende in der Ich-Position oder - sofern          gewünscht - in der Meta-Position.

            Wann wirst du dieser Position in der nächsten Zeit wieder begegnen?

 

Meta-Mirror

nach Robert Dilts

 

 

Kommunikationsschwierigkeiten, die man mit einem anderen Menschen hat, sind häufig ein Spiegelbild der Beziehung zu sich selbst. Tatsächlich ist die andere Person weder das Problem noch die Lösung.

 

 

1.    Suche nach einer Person in deinem Leben, mit der du Kommunikationsschwierigkeiten hast.           Visualisiere diese Person aus der ersten Position (assoziierte Ich-Position) und bezeichne deren     Charakterzug / Verhalten, das die Kommunikation so schwierig macht. (Beispielsweise     “rigide”, “unsensibel”, “inkongruent”, “leugnend” usw.)

 

2.    Trete heraus in eine dissoziiert Meta-Position und visualisiere dich selbst in der Interaktion mit         der anderen Person. Bezeichne dein eigenes Verhalten in der Beziehung zur anderen Person             (“urteilend”, gereizt”, “hilfreich”, “verängstigt” usw.).

 

3.    Achte darauf, wie dein Verhalten  das Verhalten der anderen Person im betreffenden System         verstärkt und/oder auslöst. (Wie würde sich die andere Person verhalten, wenn du nicht da             wärst? Könnte sie auch dann ihre Reaktionsweise aufrechterhalten?).

 

4.    Denke darüber nach, wie du sonst noch auf jene Person reagieren könntest. Vielleicht hast du         bereits versucht, deine eigenen Reaktionen zu verändern. Weshalb verhältst du dich fortgesetzt             so, wie du es in dieser Beziehung tust?

 

5.    Trete nun einen Schritt zur Seite in eine zweite Meta-Position. Betrachte aus dieser Position die      Interaktion deines Selbst in der ersten Meta-Position mit dem Selbst in der Ich-Position. Wie          wird das "Ich-Selbst" vom Meta-1-Selbst" behandelt? (“forcierend”, “wütend”, “verurteilend”,       “kreativ” usw.). Stelle fest, auf welcher logischen Ebene die verschiedenen Reaktionen         erfolgen. Inwiefern ist deine Reaktion auf dich selbst ein Spiegel dessen, was der andere        Mensch tut?

 

6.    Vertausche von der zweiten Meta-Position aus die beiden anderen Positionen, die mit deinem          Selbst assoziiert sind. Die Art, wie du dich selbst behandelst, wird nun die Art, wie du dich der            Person gegenüber verhältst und umgekehrt.

       (Systemisches Arbeiten: nicht die einzelnen Elemente werden verändert, sondern nur die     Beziehungen zwischen ihnen.)

       Achte darauf, wie diese Vertauschung das System und den Ausdruck der Reaktionen verändert.

 

7.    Versetze dich in die Position der anderen Person (Du-Position). Sehe dich an mit den Augen der     anderen Person. Wie nimmst du dein Verhalten aus dieser Perspektive wahr? Was willst du oder        benötigst du von dieser Position aus von dir selbst?

 

8.    Reassoziiere dich in die revidierte 1. Position (die ehemalige 1. Meta-Position, siehe Schritt sechs). Achte darauf, wie sich deine Reaktionen und deine Sichtweise verändert haben.

 

9.    Fahre fort, die Perspektiven zu wechseln, und füge verschiedene Reaktionsmöglichkeiten (auf         der jeweils richtigen Ebene) hinzu, bis du das Gefühl hast, daß die Beziehung ausgewogen und          funktionell ist.

 

 

Dissoziationstherapie

nach Alexa Mohl

 

 

 

1.         Unangenehme Erinnerung wählen

 

            „Wähle eine unangenehme Erinnerung aus deiner Vergangenheit.“

 

2.         Erinnerung auf Assoziation prüfen

 

            „Prüfe, ob du bei dieser Erinnerung assoziiert bist. Falls du in dieser Erinnerung            dissoziiert bist, wähle eine andere, in der du assoziiert bist.“

 

3.         Dissoziieren

 

            „Nun versuche, die Erinnerung dissoziiert zu erleben, um zu entdecken, wie dies deine    Erfahrung verändert. Tritt aus deinem Körper heraus und betrachte das Ereignis aus           einiger Entfernung vom Ort des Geschehens. Verändere die Entfernung und richte dabei deine Aufmerksamkeit auf die Veränderung deiner Gefühle.“

 

 

 

Umkehrtherapie

nach Alexa Mohl

 

 

 

1.         Unangenehme Erinnerung wählen und dissoziiert anschauen

 

            „Nimm eine unangenehme Erinnerung. Lasse sie als Film ablaufen, um zu sehen, ob      sie dich noch stört.“

 

2.         Rückwärts ablaufen lassen

 

            „Jetzt laß diese Erinnerung rückwärts ablaufen, vom Schluß bis zum Anfang, als ob       du den Film zurückspulen würdest, und mache dies sehr schnell, innerhalb von            Sekunden.“

 

3.         Vorwärts ablaufen lassen

 

            „Jetzt laß den Film wieder vorwärts laufen. Fühlt sich die Erinnerung immer noch         gleich an?“


 

Verlernen von Furcht: Die Phobietechnik

 

 

Phobien sind erstaunliche Lernvorgänge. In der Regel wird in nur einem Versuch erlernt, auf einen bestimmten Stimulus in einer ganz spezifischen Weise zu reagieren. Auch wenn dieser Stimulus erst Jahre später wieder ausgelöst wird, reagiert man in exakt genau der gleichen Weise.

In der Arbeit mit Phobien (und anderen Themen, die mit starken Gefühlen verknüpft sind) ist es sehr wichtig, aufkommende starke Ängste (und andere Gefühle) wirkungsvoll unterbrechen zu können. Aus diesem Grund sollte man die Phobietechnik nicht mit sich selbst allein machen.

Mit das wichtigste Werkzeug in der Arbeit mit starken negativen Gefühlen und Ängsten ist die Dissoziation: eine ausreichend sichere "Entfernung" zu den Gefühlen einnehmen können.

 

Dissoziation : "Aus der Verschmelzung heraustreten"

Martin Haberzettl

 

 

1.         A wählt eine Situation, in der er sich selbst kritisiert, in der er eine negative Meinung und            ein negatives Selbstbild über sich hat.

 

2.         Mit Hilfe von B steigt A assoziiert in die Situation und in das negative Selbstbild ein

 

3.         Mit einem tiefen Atemzug macht A einen Schritt aus diesem negativen Selbstbild heraus, sei      es zur Seite oder auch nach hinten (wenn nach vorne, dann anschließend umdrehen).

            B beobachtet die Physiologie von A. Sind noch Hinweise auf eine Problemphysiologie, so           kann A die noch vorhandenen negativen Gedanken und Empfindungen abschütteln,          abstreifen und symbolisch zur Position "negatives Selbstbild" schicken.

 

4.         Nun nimmt A wahr, was sich (in der Phantasie) an der Stelle befindet, an der er mit dem           negativen Selbstbild assoziiert war. Dies könnten wichtige Bezugspersonen sein, die ihn        kritisieren, dies können aber auch Symbole für das negative Selbstbild sein (z.B. ein            "Rollenmantel") usw.

 

5.         A und B erarbeiten gemeinsam, welcher sekundäre Gewinn mit dem alten negativen      Selbstbild verbunden ist. Dort ist es noch nicht sinnvoll, ganz aus dem Bild auszusteigen,          sich zu dissoziieren.

 

6.         Wenn kein sekundärer Gewinn vorhanden, kann A aus der Außenposition in einen         Ressourcekreis einsteigen, um den gewünschten Zustand voll assoziiert zu erleben.

 

7.         Wiederholen der Schritte, bis die Dissoziation mühelos gelingt. Jeder "Widerstand" ist     Hinweis auf einen sekundären Gewinn!

 

Anmerkung: Die Dissoziation als solche ist nicht positiv oder negativ. Sie ist einfach ein nützliches Werkzeug bei starken Ängsten und negativen Gefühlen. In anderen Fällen kann es sehr wichtig sein, eine Dissoziation aufzulösen. Beispielsweise erleben sich Menschen, die unter Gefühlskälte leiden als neben sich stehend, befinden sich also ständig in einem dissoziierten Zustand.

 

Phobietechnik (Klassisch)

Version Thies Stahl

 

 

0.         Schon während man darüber spricht, woran man arbeitet (Phobie/traumatisches          Erlebnis), kann die phobische Reaktion ausgelöst werden. B kann dies nutzen, um die           phobische Physiologie kennenzulernen (kalibrieren), sollte dann aber sehr schnell die        Reaktion unterbrechen (Siehe Übung "stuck state"). Daher ist es auch günstig, nicht             inhaltlich in die Thematik einzusteigen. Auch hier reicht es, wenn die Phobie oder das   traumatische Erlebnis mit einem Codewort benannt wird.

 

 

1.         Ressourcen aktivieren und ankern

 

            B bittet A, an eine Situation zu denken, die A als sehr ressourcevoll erlebt hat und in    der er sich als erwachsener Mensch so verhalten hat, daß er richtig zufrieden mit sich         war. B führt A mit Hilfe von VAKOG in die Situation hinein.

            Wenn A die Ressource assoziiert erlebt, legt er seine Hand in die Hand von B.

            Interessant ist hierbei, daß sich A sozusagen selbst ankert. Zusätzlich kann B durch     leichten Gegendruck die Ressource ebenfalls ankern.

 

 

1.1.      "Rapport zur Phobie"

 

            B sagt zu A: "Ich möchte dem Teil von Dir, der Dich all die Jahre hat phobisch    reagieren lassen, versichern, daß ich respektiere, was er gemacht hat. Ich habe nicht     vor, Dir die Wahlmöglichkeit, phobisch zu reagieren, zu nehmen, sondern daß Du       auch andere Reaktionen haben kannst, die mehr mit Deinen Ressourcen als            erwachsener Mensch übereinstimmen."

 

 

2.         Ankern des phobischen Gefühls

 

            B bittet A, sich an die Phobie bzw. eine dazugehörige Situation zu erinnern. Sobald     physiologische Anzeichen auftauchen, ankert B dies am Oberarm.

 

 

3.         Erste Dissoziation

 

            A schließt die Augen und wird daran erinnert, wann immer es nötig ist, den      Ressourceanker zu drücken.

            B löst den Phobieanker aus und sagt: "Erinnere Dich ein bißchen an die phobischen           Gefühle. Ich möchte nicht, daß Du ganz in sie hineingehst, sondern, daß Du die Gefühle benutzt, um Dich zurücktreiben lassen zu einer Szene, in der Du Dich selbst   dort drüben siehst, jünger als jetzt, in einer Situation, die irgend etwas damit zu tun            hat, wie Du gelernt hast, so zu reagieren. Wenn Du die Situation hast, bitte ich Dich,      aus ihr eine Art Standbild zu machen." (Variante: je ein Standbild vor und nach der             Situation)


 

4.         Zweite Dissoziation

 

            B zu A: "Stelle Dir vor, wie Du aus Deinem Körper heraustrittst, vielleicht leicht nach hinten und nach oben, während Du sehen kannst, wie Du mit mir hier sitzt und     Händchen hältst. Während Du nun in dieser dritten Position bleibst, und Dich hier          sitzen siehst, blicke zurück in die Vergangenheit, auf das Standbild. Diese Mal kannst             Du mit dem ganzen Gefühl von Stärke und wohliger Sicherheit (Ressourceanker             drücken) alles genau sehen und hören, was Deinem Jüngeren Selbst dort hinten  passiert ist, so daß Du etwas neues darüber lernen und neue Wahlmöglichkeiten erleben kannst. In dem Bewußtsein, daß Du das durchlebt hast und nicht noch mal            durchleben mußt, laß diesen jüngeren Teil von Dir dort drüben die alten Gefühle            haben, während er ein letztes Mal durch dieses alte Erlebnis geht. Lasse dies nun als  Film ablaufen."

 

5.         Reintegration 1

 

            Wenn A den Film im ressourcevollen Zustand sehen konnte, bittet ihn B, wieder in      seinen Körper zurückzugehen und sich mit dem Gefühl von Stärke und Kompetenz zu           assoziieren.     

 

6.         Reintegration 2

 

            B bittet A, sich bei seinem jüngeren Selbst zu bedanken und ihm all die Ressourcen zu             schicken, die es noch braucht. Dann in der Vorstellung das jüngere Selbst ganz zu sich          heranholen und im Körper aufnehmen, mit ihm verschmelzen.

 

7.         Test / Future Pace

 

            Ankertest: Phobieanker auslösen, auf Physiologie achten.

            Future Pace: Wann ist die nächste Situation, die den ursprünglichen angstauslösenden Stimulus enthält?  

 

 

"Schnelle-Phobie-Technik"

nach Richard Bandler

 

 

1.         Stell Dir vor, Du sitzt in einem Kino. Sieh Dich selbst dort auf einer kleinen      Schwarzweiß-Leinwand, wie Du etwas Neutrales machst.

 

2.         Tritt aus Dir heraus, hinter Dich, und beobachte Dich selbst, wie Du Dich auf der        Leinwand beobachtest.

 

3.         Während Du in dieser Position bleibst, schaue Dir einem Film - schwarzweiß und        kleine Leinwand - wie Du selbst das angstauslösende/traumatische Erlebnis                     durchlebst.


 

 

4.         Wenn Du damit fertig bist, Dich in diesem Film zu beobachten und wenn die Dinge      wieder in Ordnung sind, halte den Film an, so daß er zu einem Standbild wird. Steige            dann in das Standbild ein, mache es farbig und lasse den Film sehr schnell rückwärts laufen, Du mitten drin, als ob die Zeit die Richtung geändert hätte. (Weitere     Varianten: Film mit Musik unterlegen, Farben, Helligkeit ändern, usw.)

 

5.         Test / Future Pace

 

 

Anmerkung:

Beide Methoden können auch in unterschiedlichen Varianten miteinander kombiniert werden.

So könnte auch in der "Schnellen Phobie-Technik" ständig ein Ressourceanker gehalten werden. Oder zwei Standbilder werden erarbeitet: ein Anfangsbild, unmittelbar bevor die angstauslösende Situation mit den dazugehörigen Gefühlen eintrat und ein weiteres Bild, ein Zielbild, nach dem Ereignis, als man sich wieder gut und sicher fühlte. Der Film läuft dann vom Anfangs- zum Zielbild, hat also immer "happy end". Die Angst wird so von zwei Ressourcezuständen eingerahmt. Die Re-Integration könnte auch in der Art stattfinden, daß ein kompetenter Erwachsenen-Teil in den Film hineingeht und dem Jüngeren Selbst erzählt, was es damals noch nicht wußte,  was es sonst noch stärkt usw.

 

 

Phobietechnik für schwache Tierphobien

nach Richard Bandler

 

 

1.         Ressourcestarkes Erlebnis erinnern

„Erinnere dich und rufe dir ein ausgesprochen angenehmes, aufregendes und amüsantes Erlebnis aus deiner Vergangenheit ins Gedächtnis, so daß du siehst,
was du damals sahst.“

 

2.         Submodalitäten wechseln

            „Mache jetzt das Erinnerungsbild etwas heller.“

 

3.         Angstauslöser einführen

            „Halte jetzt das Bild fest und laß das Tier zunächst mitten durch das Bild laufen und      dann zu einem Teil des Bildes werden.“

 

4.         Submodalitäten wechseln

            „Während das Tier dies tut, möchte ich, daß du das Bild noch etwas heller machst.“

 

5.         Assoziieren

            Jetzt stelle dir vor, du bist im selben Raum wie das Tier, um zu sehen, ob du noch          phobisch reagierst.“