Teil 8

       Time-Line

       Modelle

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhalte

 

 

Die Submodalitäten der Zeit...........................................................................      8.3

Charakteristika zweier typischer Zeitlinien.....................................................  8.4

Zeit und Sprache............................................................................................      8.5

Verwendung von Zeitformen in der Gesprächsführung...................................  8.6

„Torpedo-Therapie“.......................................................................................      8.7

Entdecke deine Zeitlinie.................................................................................       8.8

Submodalitäten der Zeit verändern.................................................................       8.9

Time-Line-Reframing.....................................................................................      8.11

Verlockende Zukunft......................................................................................      8.12

Glaubenssätze und Glaubenssysteme..............................................................       8.13

Identifizieren von Glaubenssätzen.................................................................. 8.14

Reimprinting..................................................................................................       8.15

Zukunftsorientierte Arbeit mit Glaubenssätzen...............................................  8.17

 


 

Einführung

 

1. Die Submodalitäten der Zeit

 

Vergangenheit - Gegenwart - Zukunft

 

Repräsentationssystem:

 

In welchem Repräsentationssyastem nimmst du deine Zeitlinie zuerst wahr, wie entwickelt sie sich weiter? Angenommen, du könntest deine Zeitlinie außerdem noch (sehen, hören, fühlen,..), wie ist sie dann, jetzt?

 

Ort/Richtung:

 

z.B.:     - von hinten nach vorn; von links nach rechts, rechts nach links; von oben nach unter; ...

            - weit weg / nah

            - wo befinden sich im Raum deine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft?

            - in welchem Abstand zu dir befinden sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft?

            - geht die Zeitlinie durch dich hindurch (assoziiert) oder ist sie außerhalb von dir

              (dissoziiert)?

            - ist sie über dir / unter dir (Höhe)?

 

Form / Gestalt / Ausdehnung

 

z.B.:     - Linie, Bogen, Spirale, parallele Linien, verschiedene Stränge, Strom, Schleife usw.

            - stufenförmig, auf einer Ebene, Höhenunterschiede

            - Leine mit Fotos, Film, Straße, Strahl, Mikrochip, Maßstab 1:1, Schlauch, Insel im Meer

            - begrenzt / unbegrenzt; unterbrochen / durchgehend

 

Aussehen

 

z.B.:     - bunt /scharzweiß; hell / dunkel; scharf / unscharf; transparent / undurchsichtig

            - ausgedehnt / gedrängt; klein / groß; nah / fern

 

Bewegung:

 

z.B.:     - bewegt / unbewegt; ruckartig / fließend; Foto / Film; schnell / langsam

 

Klang:

 

z.B.:     - laut / leise; deutlich / undeutlich; hoch / tief; schnell / langsam

 

Gefühl / Geruch / Geschmack:

 

z.B.:     - intensiv / neutral; angenehm / unangenehm; verbunden / unverbunden; anziehend /
              abstoßend; froh / traurig; leicht / schwer; dicht / luftig; wohlduftend / geruchslos;
              geschmackfrei / wohlschmeckend

 

2. Charakteristika zweier typischer Zeitlinien

 

 

 

 

 

 

 

Durch die Zeit                                                           In der Zeit

 

westlich                                                                  östlich

von links nach rechts                                               von hinten nach vorn

Vergangenheit / Gegenwart / Zukunft                       Zeit findet im Hier und Jetzt statt

vor uns sichtbar / überschaubar                                      nicht alles vor uns sichtbar

geordnete Existenz /                                                      Zeit ist flexibel /

Zeitpläne eher wichtig                                                    Zeitpläne eher nicht so wichtig

Erinnerungen normalerweise dissoziiert                    Erinnerungen meist assoziiert

schwierig, im Hier und jetzt zu bleiben                     leicht, sich auf die Gegenwart zu beziehen

 

 

 

 

 

 

Abbildung aus:

 

Joseph O´Connor, John Seymour, Neurolinguistsiches Programmieren: Gelungene Kommunikation und persönliche Entfaltung, Freiburg i. Breisgau 1992 (VAK-Verlag)

Zeit und Sprache

nach Connirae und Steve Andreas

 

 

Die Art und Weise, wie wir zeitlich über Erfahrungen sprechen, als Vergangenes, Gegenwärtiges oder Zukünftiges, hat große Auswirkung auf das innere Erleben dieser Erfahrungen.

 

 


Übung

 

   Denke an ein einfaches Problem oder etwas, was dich einschränkt (z.B.
       „Prüfungsangst“) und beobachte, wie du es innerlich repräsentierst (Submodalitäten).
       Benenne es.

 

   Lese (erst leise, dann auch laut) die untenstehenden Sätze und setzte für das Wort
       „Problem“ deine eigene innere Vorstellung ein.

 

       Halte nach jedem Satz inne und nimm wahr, wie sich dein inneres Erleben jeweils
       verändert.

 


       „Ich werde dieses Problem haben.“                  („Ich werde Prüfungsangst haben.“)

       „Ich habe dieses Problem.“                              („Ich habe Prüfungsangst.“)

       „Ich hatte dieses Problem.“                              („Ich hatte Prüfungsangst.“)

 

 

ƒ   Nimm dir nun Zeit, an einen passenden Ressourcezustand zu denken (z. B. „innere       Ruhe“).

 

       Achte darauf, wie sich die Submodalitäten deiner inneren Repräsentation dieser
       Ressource verändern, je nachdem, welche Zeitform du verwendest.  

       „Ich hatte diese Ressource.“                             („Ich hatte innere Ruhe.“)

       „Ich habe diese Ressource.“                             („Ich habe innere Ruhe.“)

       „Ich werde diese Ressource haben.“                („Ich werde innere Ruhe haben.“)

 

Variante

Gehe die Schritte  bis ƒ mit der Verlaufsform durch und registriere die Unterschiede:

 

       Ich werde gerade dieses Problem haben.

       Ich habe gerade dieses Problem.

       Ich hatte gerade dieses Problem.

 

       Ich hatte gerade diese Ressource.

       Ich habe gerade diese Ressource.

       Ich werde gerade diese Ressource haben.

 


 

 

 

Verwendung von Zeitformen in der Gesprächsführung

 

 

 

"Sie erzählen mir also, daß Sie jedesmal eifersüchtig wurden, wenn Ihre Frau sich mit einem
anderen Mann unterhielt? Habe ich Sie richtig verstanden, daß Sie das getan hatten?"

 

"Also, erzählen Sie mal, wann werden Sie eifersüchtig?"

 

 

Schon während eines „rein informativen“ Gesprächs kann der Berater mit Hilfe der Zeitformen dem Klienten helfen, seine Erfahrungen nützlich zu sortieren. ist.

 

 

Imperfekt:                           "Sie stritten mit ihr".

 

Das Imperfekt hilft, von einem vergangenen Problem zu dissoziieren.

 

 

Plusquamperfekt:                 „Sie hatten mit ihr gestritten“.

 

In dieser Zeitform ist das "Sie" assoziiert in der Gegenwart und denkt an ein Ereignis in der Vergangenheit, welches früher als ein anderes Ereignis in der näherliegenden Vergangenheit stattfand. Dieses liegt sozusagen zwischen dem Sprecher und dem Ereignis und        steigert dadurch die Dissoziation.

 

 

Perfekt:                               „Sie haben mit ihr gestritten.“                     

 

Das Perfekt bezieht sich auf ein vergangenes Ereignis, das in die Gegenwart reichen kann oder nicht. Diese Zweideutigkeit ist als Zwischenschritt nutzbar, um den Rapport zu halten und in kleinen Schritten vom Problem zu dissoziieren.

("Demzufolge haben Sie sich bis jetzt inkompetent gefühlt ...").

 

 

Präsens:                              „Wann fühlen Sie sich selbstbewußt?“

 

Die Gegenwartsform lädt ein, sich in den angesprochenen Zustand hineinzuassoziieren.

Um jemand noch vollständiger in eine Ressource zu bringen, kann zusätzlich die Verlaufsform verwendet werden: "Und Sie fühlen gerade jetzt dieses Selbstbewußtsein, während Sie sich einfach wahrnehmen.“


 

 

 

 

Zukunft II:                           "Ich werde mit ihr gesprochen haben".

 

Der Sprecher orientiert sich in die entfernte Zukunft, aus deren Blickwinkel er auf ein "vergangenes" Ereignis zurückschaut, das im Moment des Sprechens noch gar nicht stattgefunden hat. Da Vergangenes häufig als real empfunden wird, ist die Verwendung dieser Zeitform im beratenden Kontext hoch interessant.

"Nachdem Sie also dieses Problem gelöst haben werden, werden Sie die positiven Resultate bemerkt haben, die Sie durch diesen Wechsel erreichten?"

 

 

 

 

"Torpedo-Therapie" nach Richard Bandler

 

 

"Wie wird es sein, wenn Sie diese Veränderung durchlaufen haben ... jetzt ... in der Zukunft ..., wenn Sie zurückschauen und sehen, wie es war, dieses Problem gehabt zu haben ..., und wenn Sie nun darüber nachdenken, hier, während Sie in diesem Raum sitzen?"

 

 

Bandler geht davon aus, daß ein ungelöstes Problem assoziiert in der Gegenwart erlebt wird.

 

(1)  Der erste Schritt in Richtung Veränderung besteht darin,  dissoziiert an die gewünschte      Zukunft zu denken. Ich sehe mich ressourcevoll in der Zukunft handeln.

 

(2)  Nun dissoziiere ich mich vom gegenwärtigen Problem und assoziiere in die Position des      zukünftigen ressourcevollen Selbst.

 

(3)  Aus diesem günstigen Ausgangspunkt sehe ich das alte Problemverhalten in der     abgeschlossenen Vergangenheit.

 

(4)  Nun bringe ich das zukünftige "Jetzt" mit dem gegenwärtigen "Jetzt" zusammen, ich
       erleben so die Ressourcen in der Gegenwart und betrachte das Problem als etwas       Vorübergegangenes der Vergangenheit.

 

 

Eine weitere Variante:

"Wenn Sie diese Veränderung für sich selbst bewerkstelligen könnten ..., so daß Sie mit diesem alten Verhalten aufhören könnten, das Sie gewöhnlich taten ... nachdem Sie diese Veränderung schon durchlaufen haben, sehen Sie sich selbst, wie Sie sind ... jetzt ... mögen Sie, was Sie sehen?"

 

 


 

 

Übungen mit der Zeitlinie

 Entdecke deine Zeitlinie

 

 

Nimm eine alltägliche Handlung wie Kaffee kochen, Zähne putzen, Anziehen, Duschen oder ähnliches.

 

1. Vergangenheit

 

Erinnere dich (oder tu einfach so, als könntest du es) daran, als du

 

       - heute morgen Kaffe gekocht hast

       - vor einer Woche Kaffes gekocht hast

       - vor einem Jahr.....

       - vor fünf Jahren.....

       - vor zehn Jahren.....

 

Tu jetzt so, als könntest du diese Erinnerungen alle gleichzeitig wahrnehmen:

Woran merkst du, daß eine Erinnerung älter ist, als die andere?

       Nützliche Fragen:

 

       Befinden sich diese Erinnerungen alle an derselben Stelle oder sind sie eher an      verschiedenen    Stellen oder in einer unterschiedlichen Entfernung?

       Sind sie alle in der gleichen Helligkeit / Farbe usw.?

       Gibt es etwas zu hören, und wenn ja, ist es laut/leise, von derselben Klangqualität usw.?

       Hast du zu allen das gleiche Gefühl / ein unterschiedliches / gar keines?

 

 

2. Zukunft

 

Stell dir vor (oder tu einfach so, als könntest du es), wie du

 

       - morgen Kaffe kochen wirst

       - in einer Woche Kaffe kochen wirst

       - in einem Jahr.....

       - in fünf Jahren.....

       - in zehn Jahren.....

 

Tu jetzt so, als könntest du dieses alles gleichzeitig wahrnehmen:

Woran merkst du, daß eine Situation weiter in der Zukunft liegt, als die andere?

 

 

3. Die gesamte Zeitlinie

 

Tu so, als ob du nun alle diese Situationen aus Zukunft und Vergangenheit auf einmal wahrnehmen könntes:

Woran merkst du, daß eine Situation vergangen und die andere zukünftig ist?

Was ist der entscheidende Unterschied in den Submodalitäten (VAKOG) von Vergangenheit und Zukunft?

 

4. Male deine Zeitlinie auf!


 

 

 

Submodalitäten der Zeit verändern

 

 

 

1.    Verändere die charakteristischen Submodalitäten deiner Zeitlinie

 

       Entdecke dabei, wie das deine Gefühle und Wahrnehmungen ändert. Stelle sicher,
       daß du zu deiner ursprünglichen Zeitlinie zurückkehren kannst.

Wie wirkt sich die Veränderung jeweils aus? Welche Submodalitäten machen den größten Unterschied?

       Verändere    - Richtung

                          - Ausdehnung

                          - Form

                          - Anordnung von Vergangenheit und Zukunft

                          - assoziiert bzw. dissoziiert sein mit der Zeitlinie

                    V:   - Farbigkeit

                          - Helligkeit

                          - Schärfe

                          - Größe / Entfernung

                    A:   - Klänge/Geräusche/Stimmen

                          - Lautstärke/Tonhöhe/Musikuntermalung

                    K:   - Intensität/Qualität deiner Gefühle dazu

                    O:  - Geruch

                    G:  - Geschmack

 

Wie verändert das deine Wahrnehmung? Womit würdest du dich wohler fühlen als      vorher?
In welchen Situation könnte dir diese Veränderung wie nützlich sein?

       Wenn du eine veränderte Zeitlinie beibehalten möchtest, setze einen Zeitrahmen als      Probezeit     fest (Ökologie!!) bzw. bestimme einen Kontext, wo du diese Variante als        Wahlmöglichkeit        zur Verfügung haben möchtest.

 

 

2.    Probiere die Submodalitäten aus, die ein anderer in seiner Zeitlinie benutzt

 

       Wie verändert das deine Wahrnehmung/dein Gefühl?

       Stelle sicher, daß du wieder zu deiner ursprünglichen Zeitlinie zurückkehrst (Ökologie).

 

 

3.    Probiere die vollständige Zeitlinie eines anderen aus

 

       Wie verändert das deine Wahrnehmung?

       Stelle sicher, daß du wieder zu deiner ursprünglichen Zeitlinie zurückkehrst (Ökologie).


 

 

4.    Erforsche Vor- und Nachteile bestimmter Zeitrepräsentationen in bestimmten Kontexten

 

       Probiere aus, wie deine eigene Repräsentation der Zeit in verschiedenen Kontexten ist.

       z.B.:      Als ich einmal deprimiert, sehr beschäftigt und erfolgreich, völlig entspannt im         Urlaub, verliebt usw. war.

 

       Welche Unterschiede in den Submodalitäten deiner Zeitlinie kannst du feststellen, und zu     welchen Reaktionen führen sie?

 

 

5.    Experimentiere mit den Submodalitäten der Zukunft

            -   Wie ist es für dich, wenn sie sehr nah und sehr detailliert oder wenn 10 Jahre später
                 nur einen winzigen Schritt von dir entfernt sind?

            -   Wie ist es, wenn sie sehr weit ausgedehnt und unscharf ist?

            -   Wie, wenn die nächsten Tage sehr deutlich und nah, alle spätere Zukunft eher unklar
                 und weit weg ist (oder umgekehrt)?

            -   Wenn der heutige Tag ausgedehnt ist bis zur Eingangstür, die nächste Woche bis auf
                 die Straße reicht usw.?

            -   Wie, wenn sie dunkel und klein oder hell, groß und glänzend ist? .... usw.

            -   Wie, wenn du für jeden Wunsch, den du hast, ein Symbol in der Zukunft installierst?

 

 

       Welche Reaktionen lösen die einzelnen Varianten bei dir aus, was könntest du mit einer      solchen Zukunftsrepräsentation gut, was weniger gut tun?

 

 

6.    Spiele mit den individuellen und (sub-)kulturellen Unterschieden

 

       Wie mag wohl die Zukunft eines dynamisch-optimistischen, wie die eines Ach-es-hat-
       doch-alles-keinen-Zweck-Typs gestaltet sein?

      

       Wie die eines zukunftsorientierten Managers / eines No-Future-Typen, eines Hippies /
       eines Archivars, Zukunftsplaner / Punk, eines Pedanten / notorisch Unzuverlässigen?

      

       Wie mag die Timeline eines Schizophrenen aussehen?

      

       Wie die einer Nonne, eines Globetrotters, die eines Beduinen usw. im Vergleich zu der
       eines Deutschen?

 

       usw.

 


 

 

 

 

Time-Line-Reframing

nach R. Dilts / T. Epstein

 

 

 

Identifiziere eine oder mehrere negative oder problematische Erfahrungen aus deinem Leben.
Nehme eine disoziierte Position ein, von der aus du deinen Lebensweg als Ganzes sehen kannst
und gehe folgende Schritte mit jeder dieser negativen Erfahrungen durch:

 

 

       1.    Während du dir diese negative Erfahrung anschaust, frage dich, was noch schlimmer           gewesen wäre als das, was du tatsächlich erlebt hast. Möglicherweise relativiert das             deine Einschätzung des Erlebnisses.

 

       2.    Finde positive Resultate, die gleich, vielleicht aber auch erst sehr viel später aus diese          zunächst negativen Erfahrung erwachsen sind. Vielleicht wären einige sehr wichtige          Dinge in deinem Leben nie passiert, hättest du nicht vorher dieses Negativ-Erlebnis           gehabt. Manchmal hilft es, positive Erlebnisse zu nehmen und bis dahin                               zurückzuverfolgen, wo sie von dieser unangenehmen Erfahrung verursacht worden              sind (Kontextreframing).

 

       3.    Finde die positive Absicht hinter dem negativen Ereignis. Selbst wenn ein einzelnes             Ereignis negativ ist, kann die Intention hinter dem anscheinend negativen Verhalten            oder der unangenehmen Situation dennoch sehr positiv sein. Z.B. kann die positive             Absicht von Krankwerden den Sinn haben, einen ungesunden Lebensstil zu stoppen             oder Aufmerksamkeit von anderen zu erhalten (Bedeutungsreframing).

 

       4.    Finde die positive Bedeutung der negativen Erfahrung. Ein Erlebnis, dasauf der einen          Ebene negativ ist, kann auf einer anderen Ebene eine ganz andere, positive Bedeutung          haben. Vielleicht bedeutet, daß du Probleme auf dereinen Ebene hast, lediglich, daß        du gleichzeitig auf einer anderen Ebene ein anderes Problem gelöst hats. Die                     Tatsache, daß du etwas problematisches durchmachen mußtest, kann auch heißen, daß             du kompromißlos - auch dir selbst gegenüber - an bestimmten essentiellen Werten            festgehalten hast (neurologische Ebenen!).

 

       5.    Finde bei der ganzen Geschichte deinen Humor wieder.

 

 

Nachdem du alle diese Reframings mit den einzelnen negativen Erfahrungen gemacht hast, assoziiere dich in deine Zeitlinie in diese Erfahrungen hinein und erlebe diese mit deinen neugewonnenen Einsichten erneut. Wie hat sich dein Erleben jetzt verändert?


 

 

Verlockende Zukunft

 

 

1.    Zielfindung

 

       Finde ein Ziel, das du z.B. in fünf Jahren erreicht haben möchtest.

       Überlege dir dabei, wer du dann sein willst, in welchen Bereichen du was tun bzw. nicht     tun möchtest, wie und mit wem du leben möchtest, was für dich gut ist, usw. Achte auf        die Kriterien der wohlgeformten Zielbestimmung.

 

2.    Visualisation: dissoziiertes Selbstbild

 

       Mache dir jetzt ein inneres Bild von diesem Bild, so daß du dich von außen sehen kannst.   Soll und kann daran noch etwas verbessert werden (Submodalitäten)?

 

3.    Plazieren des Zielbildes auf der Timeline

 

       Vergegenwärtige dir deine Zeitlinie. Wo möchtest du nun dieses Zielbild einpflanzen?   Nimm die Stelle, bei der fühlst/meinst, daß es genau richtig ist.

       Assoziiere hinein und überprüfe, ob alles in Ordnung ist.

 

4.    Dissoziation

 

       Gehe in die Dissoziation und überprüfe, ob noch etwas fehlt. Wenn ja, schicke die       fehlenden Ressourcen dorthin, verbessere die Submodalitäten usw. Assoziiere erneut    hinein und überprüfe „von innen“, ob jetzt alles stimmt.

 

5.    Zusätzliche Ressourcen

 

       Aus der Dissoziation: Was brauchst du jetzt noch, um dein Ziel wirklich zu erreichen?

       Finde auf der Zeitlinie nun all die Ressourcen, die noch wichtig sind und ankere sie.      Verteile sie nun da, wo du sie brauchen kannst (Anker aktivieren).

       Überprüfe: Fehlt noch etwas? Wenn ja: Wiederhole den Vorgang.

 

6.    Gegenwarts-Perspektive

 

       Aus der Gegenwart: Wie lockt dich deine Zukunft, wie stärkt dir deine Vergangenheit dabei den Rücken, wie gibt dir all das dir in der Gegenwart eine Richtung?     (Überprüfung)

 

7.    Future Pace


 

Glaubenssätze und Glaubenssysteme

 

 

 

Glaubenssätze sind Generalisierungen über eine Beziehung zwischen Erfahrungen.

Meist enthalten Glaubenssätze Aussagen über eine Ursache-Wirkungs-Beziehung (A ® B) oder eine Äquivalenz-Beziehung ( A = B bzw. A ¹ B).

Glaubenssätze basieren nicht notwendigerweise auf einer logischen Struktur: Sie sind nicht entstanden, um mit der Realität übereinzustimmen. Weil wir nicht wirklich wissen, was real ist, müssen wir uns Glaubenssätze formen.

 

 

Formen von Generalisierungen sind:

 

?     Verallgemeinerung über kausale Beziehungen

      

       Was glauben Sie, hat Krebs verursacht?

       Haben Sie keinen Erfolg, weil Sie ein "Versager" sind?

 

?     Verallgemeinerungen über Bedeutungs-Beziehungen

      

       Bedeutet Krebs, daß ich ein schwacher Mensch bin?

       Bedeutet Problem in der Firma, daß ich es nicht verdiene, Erfolg zu haben?

 

?     Verallgemeinerungen über Grenzen

       Möglichkeit / Unmöglichkeit.

 

?     Verallgemeinerungen über Identität

      

       Wer bin ich? Wozu bin ich fähig / was kann ich?

 

 

Themen, die mit Glaubenssätzen verbunden sind:

 

?     Hoffnungslosigkeit (Glaubenssatz über das Ergebnis) - mangelnde Zielerwartung

       Ein Teil der Person will  die Veränderung nicht.

       “Es ist nicht möglich, von AIDS zu genesen.”

 

?     Hilflosigkeit - mangelnde Selbstwirksamkeitserwartung

       Die Person weiß nicht, wie  sie eine Repräsentation einer Veränderung schaffen soll.

       “Andere können es, aber ich besitze diese Fähigkeiten nicht.”

 

?     Wertlosigkeit

       Die Person gibt sich nicht die Chance zur Veränderung.

       “Es ist möglich und ich könnte es, aber ich verdiene es nicht.”

       "Ich kann das nicht machen, weil ich dann nicht länger ich selbst wäre."


 

Identifizieren von Glaubenssätzen

 

 

 

Glaubenssätze sind für die Betroffenen oft schwer zu identifizieren, weil sie so sehr ein Teil ihres täglichen Erlebens sind, daß es schwierig ist, einen Schritt zurückzutreten und sie klar zu identifizieren.

 

Einschränkende Glaubenssätze werden oft in einer Weise formuliert, die das Meta-Modell verletzen:

Modaloperatoren                        "Ich darf mich nicht gehen lassen."

Tilgungen                                   „Es ist so sinnlos.“

Generalsierungen                      "Niemand liebt mich."

Ursache-Wirkungs-Struktur     "Wenn ich nicht bete, werde ich bestraft"  usw.

 

 

Ein weiterer Hinweis auf einen einschränkende Glaubenssatz kann sein, wenn man schon lange erfolgslos versucht hat, sich zu verändern. Dafür nützliche Fragen:

"Was bedeutet  das, was sagt das über Sie aus,  daß Sie sich nicht verändern konnten?"

"Was wollen Sie stattdessen, was hält Sie davon ab, es zu bekommen?"

 

 

Transderivationale Suche:

Gefühle / Symptom ankern und damit auf die Suche gehen, zurück zu dem Erleben, das die Grundlage zu dem Glauben gelegt hat.

 

 

Fallen bei der Identifizierung von Glaubenssätzen: 

 

(1)  Fische im Traum

       Als Helfer tendiert man dazu, bei anderen Menschen Beweise für seine eigenen    Glaubenssätze zu finden. Ein NLP-ler könnte sagen:

       "Sind Sie sich sicher, daß Sie nicht auf unbewußter Ebene ein Bild haben?"

 

(2)  Der rote Hering

       ist eine falsche Spur, um damit einen Teil zu schützen, der nicht entdeckt werden will.

 

(3)  Nebelwand

       Glaubenssätze sind oft hinter einer Nebelwand versteckt, besonders, wenn sie mit der Identität zusammenhängt. Menschen "nebeln" sich oft gerade dann weg, wenn man an etwas wirklich Wichtiges herankommt. Indem man Glaubensstruktur abspaltet und      dissoziiert, schützt man sich vor der Konfrontation damit.

 


 

 

Reimprinting

nach Robert Dilts

 

 

 

Eine Prägung ist eine signifikante Erfahrung oder Sequenz von Erfahrungen aus  der Vergangenheit, in welcher ein Mensch einen Glaubenssatz oder eine Gruppe von Glaubenssätzen gebildet hat. Eine Prägungserfahrung beinhaltet häufig auch das unbewußte Modellieren signifikanter Anderer. Ressourcen müssen gefunden werden, die notwendig sind, die Glaubenssatz zu verändern und die bestehenden Rollenmodelle zu revidieren.

 

 

 

A.  Identifizieren des Glaubenssatzes

 

 

1.    Identifiziere das spezifische Symptoms

       Das spezifische Symptom ist psychischer und physischer Ausdruck von    Einschränkungen, die von einem Glaubenssatz oder einem ganzen System von      Glaubenssätzen verursacht sind. Zumindest bei Kernglaubenssätzen ist es häufig mit dem       Gefühl einer Sackgasse verbunden.

 

2.    Transderivationale Suche

       Fordere den Klienten auf, das Symptom zu fokussieren. Manchmal ist es wichtig, dafür      sein Einverständnis einzuholen, da mit den Symptomen oft sehr negative Gefühlen      verbunden sind. Die meisten Menschen wollen Symptome vermeiden. Begrenzungen lösen sich jedoch nicht auf, indem man sie vermeidet.

       Lasse den Klienten in die Timeline hineinassoziieren (derZukunft zugewandt) und   langsam zurückgehen, bis er die früheste Erfahrung des Gefühls / des Symptoms erreicht.       Lasse Klienten im assoziierten (regredierten) Zustand verweilen und fordere ihn auf,   Verallgemeinerungen und Glaubenssatz verbalisieren, die er aus der betreffenden   Erfahrung abgeleitet hat.

 

3.    Lokalisieren einer Perspektive, die vor der  prägenden Erfahrung liegt      

       Lasse den Klienten einen Schritt rückwärts in eine Zeit gehen, die vor der ursprünglichen    Prägungserfahrung liegt.

 

4.    Metaposition

       Bitte nun deinen Klienten, die Timeline zu verlassen, zur Gegenwart zurückzukehren und     auf die Prägungssituation aus der Metaposition zurückzublicken. Bitte den Klienten, sich    vor Augen zu führen, welche Auswirkung die Prägung auf sein Leben gehabt hat. Lasse den Klienten auch alle anderen Verallgemeinerungen und Glaubenssatz verbalisieren, die     infolge der Prägunserfahrung entstanden sind (Glaubenssätze entstehen oft nach dem "tatsächlichen Vorfall")


 

 

 

B.  Die Neuprägung

 

 

5.    Identifizieren der positiven Absicht

       Suche die positive Absicht oder den sekundären Gewinn der Symptome oder Reaktionen zur Zeit der Prägung. Welche signifikanten Anderen haben bei der Prägung eine Rolle gespielt. Suche auch nach der positiven Absicht in deren Verhalten (eventuell durch Hineinassoziieren in die Person, um die Situation aus deren Perspektive wahrnehmen zu      können).

 

 

6.    Identifizieren und Transferieren von Ressourcen

       Für alle an der Prägungserfahrung beteiligten Personen gilt:

       a)    Identifiziere die Ressourcen und Wahlmöglichkeiten, die die Betreffenden damals                benötigt hätten, jedoch nicht hatten und die dem Klienten jetzt zur Verfügung stehen.             Lasse den Klienten an der Stelle in die Zeitlinie treten, an der die Ressourceerfahrung             am stärksten ist und ankere die Physiologie. Die Ressource sollte auf richtiger                     logischer Ebene sein.

       b)   "Übertrage" die Ressource auf den signifikanten Anderen, zum Beispiel in der                     Vorstellung eines Lichtstrahls, der über die Zeitlinie zurück in die andere Person                  eingeleitet werden kann. Achte darauf, wie die Ressource die  Dynamik des ganzen                 Systems verändert. Passe die Ressource an oder erweitere sie, falls nötig.

       c)    Lasse den Klienten, während du den Ressourceanker hältst wieder von der Zeitlinie                  heruntertreten und in die Prägungserfahrung zurückgehen und in die Position der                 Person gehen, die die Ressource benötigte. Leite ihn an, die Prägungserfahrung aus                    Sicht dieser Person neu zu erleben.

       d)   Bitte den Klienten, die Zeitlinie wieder zu verlassen und die Verallgemeinerungen                entsprechend seiner neugewonnenen Sicht der Erfahrung zu aktualisieren bzw. zu                    korrigieren.

             Wiederhole diese Prozedur mit allen signifikanten Personen, die an der                                      Prägungserfahrung beteiligt waren.

 

 

7.    Rückkehr in die Gegenwart

       Bitte den Klienten die wichtigste Ressource, den wichtigsten Glaubenssatz zu nennen,   den er seiner Meinung nach benötigt hätte. Ankere diese Ressource und nehme sie mit    auf den Punkt auf der Zeitlinie, der vor der Prägungserfahrung liegt. Lasse den Klienten  diese Ressource in sein jüngeres Ich hinein nehmen, mit dieser Ressource den ganzen   Weg der Zeitlinie bis zur Gegenwart zurücklegen und die Veränderungen erfahren, die   durch die Neuprägung zustande gekommen sind.

 


 

Time-Line

Zukunftsorientierte Arbeit mit Glaubenssätzen

Quelle: Robert Dilts

 

 

 

Hoffnungslosigkeit, Hilflosigkeit sowie Wertlosigkeit sind die am meisten verbreiteten Ursachen für einschränkende Überzeugungen. Genau diese Bereiche werden mit den folgenden Glaubenssätzen positiv beeinflußt.

 

1.    Beschreibe ein persönliches Ziel, an dessen Verwirklichung du aber aus irgendeinem
       Grund noch nicht glauben kannst.

       (Z.B. Gesundung von einer schweren Krankheit, für die es aus „jetziger Sicht“ keine
       Aussicht auf Heilung gibt)

 

       Beschreibe in einem Satz das bereits „erreichte“ Ziel (Ziel-Belief) nach dem Muster der        wohlgeformten Zielbestimmung.

 

2.    Psychogeographie aufbauen (Time-Line mit V. - G. - Z., sowie Zielposition, Metaposition, Hier    und Jetzt)

 

3.    Gehe drei Schritte in Richtung Ziel, jeder Schritt verbunden mit einem Glaubenssatz. Sag die nachfolgend beschriebenen Belief´s während des jeweiligen Schrittes mit kräftiger Stimme.

 

       A) 1. Schritt verbunden mit dem Satz „Es ist möglich ... (Ziel-Belief)“

 

       B) 2. Schritt verbunden mit dem Satz „Ich habe die Fähigkeit ... (Ziel-Belief)“

 

       C) 3. Schritt verbunden mit dem Satz „Ich bin es wert ... (Ziel-Belief)“

 

       Wenn bei einem der Schritte in Richtung Ziel ein „Hindernis“ auftaucht, welches ein
       Weitergehen unmöglich macht, tritt aus deiner Time-Line heraus und identifiziere aus der Meta-   Position Ressourcen aus deinem bisherigen Leben. Begib dich an den Platz deiner Time-Line,
       wo du die Ressource am stärksten erleben kannst und bringe oder schicke (evtl. in
       metaphorischer Form) die Ressourcen an die jeweils erforderliche Stelle.

       Empfange und erlebe nun an der Stelle des „Hindernisses“ die Ressource und mache erneut den Schritt in die Zukunft, verbunden mit dem Belief.

 

4.    Erreichen und Erleben des Zielzustandes

 

5.    Wende dich aus der Ziel-Position in Richtung Vergangenheit und blicke auf deine Time-Line zurück. Gibt es noch Möglichkeiten, diesen gewünschten Zielpunkt schneller, effektiver oder       leichter zu erreichen?

       Wenn ja: Finde, wie in Punkt drei, die dafür nötigen Ressourcen und bringe sie an die
       gewünschte Stelle deiner Time-Line.

 

6.    Gehe einen weiteren Schritt in die Zukunft. Was wird jetzt, wenn das Ziel erreicht ist,
       möglich? Erlebe den Effekt aus der Verwirklichung deines Zieles.

 

7.    Nimm die Lernerfahrung mit in deine Gegenwart.